Logo-Gottschling-Immobilien-Hausverwaltung
Hausverwaltung

Wärmedämmung der Außenwand – die 8 wichtigsten Tipps [mit Video]

Die Außenwand soll gedämmt werden, doch was ist hierbei genau zu beachten? Wir sagen es Ihnen in 8 einfachen Schritten.

Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) braucht eine sorgfältige Planung und eine saubere Ausführung. Nur dann hält es lange und Ihr eingesetztes Kapital arbeitet nachhaltig. Mit den folgenden Schritten kommen Sie zu einem guten Ergebnis.

Christian Gottschling vor dem Bürogebäude von GOTTSCHLING Immobilien in Essen
Christian Gottschling, Immobilienmakler und Immobilienverwalter in Essen

1. Sorgfältige Bestandsaufnahme

Wie ist der Untergrund? Gibt es lose Putzstellen oder durchfeuchtete Stellen? Kann ein geklebtes System genügend Haftung auf dem alten Putz bekommen oder muss der bestehende Putz gereinigt, gestrahlt, grundiert werden? Solche Fragen klärt ein Fachmann vor der Planung. Er dokumentiert die Ergebnisse und nimmt sie in die Ausschreibung auf. Dabei zählen auch alle Gegenstände an der Fassade: Lampen, Markisen, Schilder und Schalter.
Besondere Beachtung brauchen nachträgliche Einbauten im Sondereigentum.
Sie müssen ab und später wieder an die Fassade. Klären Sie vorher, wer die Kosten dafür trägt.
Planen Sie Sonderbauteile wie Balkone, Eingangsüberdachungen und Erker im Detail ein. Sonst werden Loggien
kleiner und Feuerwehrdurchfahrten unter Umständen unbrauchbar, wenn die Dämmstärke zu groß ist.
Die Wärmedämmung muss bauphysikalisch möglichst homogen sein, damit sich durch Wärmebrücken keine Kondensfeuchte im System festsetzt.
Hierzu ist vor Beginn eine Thermografie hilfreich: Sie bringt versteckte Wärmebrücken im Altbestand ans Licht.

2. Ausreichende Fach-Planung

Wärmedämmung der Außenwand - die 8 wichtigsten Tipps [mit Video]Der Fachplaner legt das WDV-System nach EnEV aus. Er plant dabei Bauteilanschlüsse, Dachanschlüsse, Balkone und Ähnliches mit ein. Der Gebäudesockel muss einen geordneten Übergang zur Freifläche haben. Möglicherweise sind zusätzliche Ablaufrinnen nötig. Die Fallrohre des Gebäudes müssen verlegt werden, damit die Dämmstärke ohne Wärmebrücken aufgebracht werden kann.
Bauwerksfugen und Blechanschlüsse müssen sauber ausgeführt sein. Nehmen Sie sie in die Ausschreibung auf.
Auch der Brandschutz zählt. Wichtig sind hier Gebäudehöhe, Nachbarbebauung und Fluchtwege. Polystyrol muss durch Brandriegel mit Mineralfaser durchbrochen werden.
Tropfende Glut über Fensterstürzen darf die Personenrettung nicht behindern.
Wenn kein schlüssiges Brandschutzkonzept für das Gebäude existiert, muss es erstellt oder aktualisiert werden.
Bei hohen Gebäuden muss das Fassadendämmsystem wegen der Windlasten zusätzlich verankert werden. Statische Nachweise können erforderlich sein. Auch das notwendige Gerüst für die Baustelle und die Lagerung von Material muss so funktionieren, dass die Bewohner während der Bauphase nicht zu sehr beeinträchtigt sind.

Die Terminplanung ist sehr wichtig.
Nur bei ausreichenden Tag- und Nachttemperaturen können Kleber und Putze richtig abbinden und aushärten. Planung, Angebote,
WEG-Beschlüsse und Vergabeempfehlung müssen rechtzeitig vorliegen. Beginnen Sie deshalb ein Jahr vor der Ausführung mit der Beschlussfassung. Bei der Vorbereitung unterstützt Sie Ihre WEG-Verwaltung.

3. Richtige Ausschreibung statt Angebote einholen

Liegt eine vollständige Werkplanung vor, können Sie produktneutral ausschreiben. Dann sind die Angebote vergleichbar. WDV-Systeme dürfen nicht mit „fremden“ Komponenten gemischt werden. Sonst erlöschen die Herstellergarantie und meist auch die Gewährleistung der ausführenden Firma.

4. Probleme vermeiden

Für Pilzbefall auf WDVS gibt es typische Schadbilder. Schwarze Stockflecken und Grünalgenbefall sind die häufigsten. Diese Schäden treten nur dann auf, wenn die Regeln der Technik in Planung und Ausführung missachtet werden. Stockflecken und Algen entstehen bei Dauerfeuchte auf der Fassade. Vier Dinge begünstigen sie: eine Ausrichtung nach Norden, der Schatten hoher Bäume, wenig Luftbewegung und hydrophober Putz. Auch der Sockelbereich leidet stark unter Spritzwasser. Er braucht deshalb eine zusätzliche Abdichtung mit Dichtschlämmen. Fassaden vergrauen außerdem durch Luftverschmutzung an stark belasteten Straßen. Dort müssen Sie mit mehr Wartungsaufwand rechnen.

Putzrisse treten oft bei ungenügendem Untergrund und hohen thermischen Spannungen in der Fassade auf. Dunkle Anstriche auf Fassaden nach Süden oder Westen sind im Verlauf der Jahreszeiten höchsten Anforderungen ausgesetzt. Im Winter sinken die Temperaturen nachts bis auf − 10 Grad Celsius. An einem warmen Sommerabend heizt sich eine Westfassade dagegen auf 70 Grad und mehr auf. Dehnung und Schrumpfen erzeugen eine Mikrobewegung auf der Putzoberfläche. Das gesamte System muss diese Bewegung mitmachen, sonst reißt es. Putzrisse können auch bei nicht tragfähigem Untergrund oder mangelhaften Bauteilanschlüssen auftreten.

5. Unterschiedliche Systemaufbauten

Wärmedämmung der Außenwand - die 8 wichtigsten Tipps [mit Video]Polystyrol, Mineralfaser oder Mineralschaumplatte, geklebt, gedübelt, mit Schienen befestigt, hinterlüftet oder nicht: Diese Dinge kann nur ein Fachplaner in Kenntnis des Bestands beurteilen. Trotzdem können die Qualitätsunterschiede der Systeme in Grundzügen dargestellt werden: Je dünner die Putzschicht, desto geringer das Wärmespeichervermögen. Geringes Wärmespeichervermögen lässt die Fassade nur langsam trocknen. Ein hohes Risiko für Befall mit Algen und Stockflecken ist die Folge.

Hydrophile Putze lassen eine gewisse Speicherung des Niederschlagswassers zu und damit eine schnellere Trocknung der Oberfläche. Gleiches gilt für Putzoberflächen mit feinerer Körnung: Auch hier bleibt weniger Wasser stehen als auf einer Rauputzfassade. Je geringer das Massengewicht, desto schlechter der sommerliche Hitzeschutz. Holzweichfaser schneidet hier gut ab, Polystyrol-Dämmungen heizen sich schneller auf.

6. Wartung

Warten Sie das WDVS regelmäßig. Prüfen Sie dabei Risse, Durchfeuchtungen, Wartungsfugen und Bauteilanschlüsse. Die regelmäßige Sichtkontrolle am Objekt übernimmt oft der Hausmeisterservice in Essen. Die Dokumentation der Ausführung ist wichtig für den richtigen Aufbau eines Neuanstrichs nach Jahren. Informieren Sie die Bewohner und zeigen Sie ihnen den richtigen Umgang. Steigt aus Badfenstern und Dunstabzügen regelmäßig warme, feuchte Luft auf, vergraut der Fenstersturz fast zwangsläufig. Eine entsprechende Farbgestaltung der Fassade kann die Folgekosten senken.

7. Abnahme und Gewährleistung

Bei der Abnahme muss die Ausschreibung bekannt sein und die Baustellendokumentation vorliegen. Thermografische Aufnahmen zeigen bei Bedarf undichte Fugen und Anschlüsse. Wichtig ist auch der regelmäßige Besuch der Baustelle, um das Auftragen der einzelnen Schichten mitzuverfolgen. Ein Wartungsvertrag für die Fassade kann zu Beginn der Maßnahmen mit abgeschlossen werden und durchaus sinnvoll sein: Die ausführende Firma behebt dann fünf Jahre lang alle auftretenden Schäden zum Pauschalpreis selbst. So sichern Sie die aktive Wertentwicklung Ihrer Immobilie.

8. Meine Tipps für WDV Systeme

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Vorheriger Beitrag
Neues Förderprogramm für die Heizungsoptimierung
Nächster Beitrag
5 Tipps zum erfolgreichen und sicheren Immobilienkauf [mit Video]

Ähnliche Beiträge

Logo-Gottschling-Immobilien-Hausverwaltung
Es wurden keine Ergebnisse gefunden.

Accessibility Toolbar