Kettwig

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Stadtteil-Portrait

Stadtteilname: Kettwig

Gehört zu Essen seit:

01.01.1975

Geschichte und Strukturwandel:

Weitaus früher als im Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung beginnt die Siedlungsgeschichte der damals unter der Verwaltung der Abtei Werden stehenden Siedlung. Die Vorgängerin der (heute evangelischen) Kirche am Markt, die dem heiligen Petrus geweihte Pfarrkirche, wird 1199 als dem Werdener Abt zinspflichtig erwähnt, was auf einen gewissen Wohlstand schließen lässt. Wichtig wurde der Ort zunächst durch Bau einer Ruhrbrücke im 13. Jahrhundert, die 400 Jahre lang eine bequeme Verbindung zwischen Rhein und Hellweg ermöglichte (Abbruch 1635, Neubau 1865). Weberei (seit 1476), Kohleabbau (seit 1585), vor allem aber von 1720 bis 1974 Weberei und Spinnerei mit zeitweise bis zu 2000 Beschäftigten machten Kettwig zu einem Ort des Gewerbefleißes. Davon künden noch heute 120 Weberhäuser in der Altstadt. Zwischen 1770 und 1870 profitierte Kettwig vom Kohletransport auf der Ruhr, 1872 erreichte die Eisenbahn die Stadt. In neuerer Zeit entstand (zwischen 1939 und 1949) der Kettwiger Stausee. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts entwickelte sich um den reizvollen Altstadtkern eine geschäftige Einkaufszone. Der Bau der Springer-Druckerei im Norden, die Errichtung von Neubauvierteln für 6000 Einwohner und eine gründliche Erneuerung des historischen Baubestandes haben die Attraktion des Stadtteils spürbar erhöht.

Stadtteilporträt:

Herz Kettwigs ist die malerische Altstadt, eine Attraktion für Touristen auch durch die Lage an der Ruhr mit der von EVAG und MVG betriebenen Personenschifffahrt. Nach Norden dehnt sich Richtung Auf der Höhe, Ickten und Umstand ein vielgestaltetes Wohngebiet aus, dem sich Springers großer Druckbetrieb fast unmerklich einfügt. Gleich in der Nähe sind die Freizeiträume von Schuir, südlich der Ruhr die von Laupendahl bis Oefte mit dem Golfplatz Schloss Oefte. Auf der Laupendahler Höhe steht die weit bekannte „Fachklinik Rhein-Ruhr“.

Sehenswürdigkeiten:

Vom Stausee überquert man die Brücke des Abtes Bernhard, die er 1785 über den Mühlengraben bauen ließ. Durch die Ruhrstraße geht es zum Tuchmacherplatz am Fuß der Kirchtreppe mit Weberbrunnen und vier barocken Fachwerkhäusern. Weiter westlich kommt der Zwiebelhelm von St. Peter in Sicht, der von Otto von Gloeden und Adolph von Vagedes errichteten klassizistischen Hallenkirche. Durch die Hauptstraße östlich erreicht man den Kettwiger Markt und die Evangelische Kirche am Markt mit einem Turm aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist umgeben von verschieferten Bürgerhäusern. Am Bürgermeister Fiedler-Platz neben klassizistischen Bürgerhäusern auch das im Altbau klassizistische Rathaus (ehem. Tuchfabrik). Im Neubau, Raum 111, befindet sich ein kleines Stadtmuseum. Auf der Höhe im Norden Kettwigs eine architektonische Delikatesse: Gottfried Böhms 1976 vollendetes Katholisches Gemeindezentrum St. Mathias. – Außenbereiche: Kapelle Maria im Maien“ an der Pierburg (Emil Jung, 1932), Kirche der Jugendbildungsstätte „St. Altfried“ (Auf der Höhe, gebaut 1978 von Heinz Dohmen und Hans Straetmans). In Kettwig vor der Brücke findet sich das Haus Hugenpoet, ein Wasserschloss von 1696. Von dort geht es auf Ratinger Gebiet nach Schloss Landsberg hinauf. – Jüngste Attraktion Kettwigs: Der „Historische Bahnhof“ mit Bürger-, Sport- und Kulturzentrum.

ÖPNV-Anbindungen:

Buslinien von der zentralen Haltestelle Kettwig-Markt:
142 nach S-Bhf. Kettwig und über Bredeney, Messe/Gruga, Rüttenscheid, Stadtwald nach Rellinghausen.
151 über Mülheim-Stadtmitte nach Mülheim-Winkhausen.
190 über Werden zur Ruhrlandklinik.
772 über S-Bahn Kettwig-Stausee, Isenbügel nach Heiligenhaus Ehemannshof.
774 über S-Bahnhof Kettwig-Stausee, Walkmühle nach Heiligenhaus-Hetterscheidt Nord.Von Kettwig-Stausee
762 nach Ratingen-Breitscheid und über Heiligenhaus nach Velbert.

Nächstgelegener Bahnhof:

S-Bahnhöfe Kettwig und Kettwig Stausee

Das ist Essen-Kettwig