Altenessen

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Stadtteil-Kurzportrait

Stadtteilname: Altenessen

Geschichte und Strukturwandel:

In der Zeit des von Napoleon errichteten Großherzogtums Berg, genau am 1.9.1808, wurde die Bauerschaft Altenessen mit Frillendorf, Huttrop, Karnap, Katernberg, Kray, Leithe, Rotthausen, Rüttenscheid, Schonnebeck und Stoppenberg zu einer „Munizipalität“ zusammen gelegt. Sie erhielt den Namen Altenessen, ihr Sitz war in Stoppenberg. Unter den Preußen wurde 1813 die Munizipaliät zur Bürgermeisterei, doch erfolgte am 1.1.1874 eine Teilung: Nur noch Altenessen und Karnap bildeten die Bürgermeisterei Altenessen, alle anderen Bauerschaften gingen in der „Bürgermeisterei Stoppenberg“ auf. Am 1.4.1915 wurde Altenessen nach Essen eingemeindet, allerdings ohne Karnap, das Selbständigkeit erhielt. Das Altenessener Gebiet kam schon früh mit der Industrialisierung in Berührung. Hier gründete Friedrich Krupp 1812 einen ersten Schmelzbau und ein Hammergebäude zur Gussstahlherstellung – auf Jahre eine Fehlinvestition.

Stadtteilporträt:

Bei der Eingemeindung 1915 durfte sich Altenessen ein „Bergbauzentrum“ nennen. Manche klangvolle Namen wie „Zeche Carl“ – 1856 als „Hercules“ abgeteuft und 1929 durch Schachtanlage Emil übernommen – sind noch im Gedächtnis. Zuletzt starb „Emil Fritz“ (1973), ein Verbundbergwerk aus „Emil-Emscher“ und „Fritz Heinrich“. Immerhin bekam Altenessen weit eher Bahnanschluss als die Stadt Essen, nämlich 1847. Allerdings nannte sich der an der Duisburg-Hamm-Verbindung der Cöln-Mindener Eisenbahngesellschaft liegende Altenessener Bahnhof „Station Essen“. Essen hatte seinen Bau auch bezahlt. Altenessen blieb bis ins letzte Viertel des 20. Jahrhunderts von Bergbau und Industrie stark geprägt, auch was den Bevölkerungszuzug angeht. Entsprechend stark spürte der Stadtteil im Norden den Niedergang der Montanindustrie. Mit Ansiedlung neuen Gewerbes, Grünanpflanzung und einer umfassenden Sanierung der Nord-Süd-Achse Altenessener Straße sowie besseren Verkehrsverbindungen im ™PNV hat es die Stadt vermocht, neue Lebensqualität herzustellen.

Sehenswürdigkeiten:

Der Rhein-Herne-Kanal und die bewanderbare Schurenbachhalde im Norden, der Kaiser-Wilhelm-Park in der Mitte und der Helenenpark im Süden Altenessens sind allesamt heißgeliebte Freizeitwerte des großen Stadtteils im Essener Norden. Streng genommen, den Verwaltungslinien gemäß, müsste man ihn geteilt betrachten: Altenessen-Nord und -Süd. Aber das tun die Bewohner auch nicht. Sie teilen Freud‘ und Leid, und beides ist oft verknüpft. Die Idee, mit der Wilhelm-Nieswandt-Allee die Altenessener Straße zu entlasten, die Umbauten an der S-Bahn, die Bauten für den U-Bahn-Anschluss – das hat alle einige Nerven gekostet. Doch dürfte die Sanierung der Nord-Süd-Achse (mit schönen neuen Wohnbauten sogar an der Durchgangsstraße Wilhelm-Nieswandt-Allee) dem ganzen Stadtteil Schwung geben. Ihn hat der Rückgang der klassischen Ruhr-Industrien besonders getroffen, doch brächte er mit seinen gut verteilten Gewerbegebieten (auch Stauder braut hier!), Wohnbereichen und Erholungsanlagen für wirtschaftlichen Aufwind gute Voraussetzungen mit.

ÖPNV-Anbindungen:

Nächstgelegener Bahnhof: Essen-Altenessen

S2 über Oberhausen nach Duisburg und über Gelsenkirchen nach Dortmund.
RE3 über Oberhausen, Duisburg, Krefeld nach Mönchengladbach und über Gelsenkirchen, Dortmund nach Hamm.

U-Bahn

U11 nach Gelsenkirchen Buerer Str. und von Karlsplatz über Essen Hbf. zur Messe/Gruga.
U18 nach Karlsplatz und über Hbf. nach Mülheim Ruhr Hbf.

Straßenbahn

106 über Essen Hbf., Rüttenscheid, Holsterhausen nach Bergeborbeck.

Busse:

140 nach Borbeck und Stoppenberg.
162/172 Stadtteil-Rundfahrtbus in Altenessen-Nord.
170 nach Borbeck und über Katernberg, Kray nach Steele.
183 von Karlsplatz über Altenessen Bf. , Stoppenberg nach Katernberg.
196 berührt Altenessen-Süd in Richtung Stadthafen und in Richtung Essen-West über Essen Hbf.